Stornobedingungen fürs Tattoo-Studio regeln vier Dinge: bis wann kostenlos abgesagt oder verschoben werden kann, was mit der Anzahlung passiert, was bei Verspätung gilt und was ein No-Show kostet. In der Branche üblich sind eine Frist von 48 bis 72 Stunden, ein einmaliges kostenloses Verschieben und der Verfall der Anzahlung bei kurzfristiger Absage. Damit die Regel gilt, muss sie vor der Buchung vereinbart und angemessen sein.
- Eine Absage kostet dich nicht nur den Tagesumsatz, sondern auch die Vorzeichnung und die Anfrage, die du für den Slot abgelehnt hast.
- Sechs Bausteine reichen: Frist, Anzahlung, Verschieben, Krankheit, Verspätung, No-Show.
- Üblich ist eine Staffelung: mehr als 72 Stunden kostenlos, unter 48 Stunden verfällt die Anzahlung.
- Die Bedingungen wirken nur, wenn sie vor der Buchung sichtbar sind, also im Buchungslink, in der Bestätigung und in der Erinnerung.
- Kulanz ist erlaubt und sinnvoll, aber sie sollte deine Entscheidung bleiben und nicht die Erwartung des Kunden.
Inhalt
Ein abgesagter Termin kostet dich mehr als den Umsatz dieses Tages. Du hast vorgezeichnet, den halben Samstag reserviert und für diesen Slot eine andere Anfrage abgelehnt. Trotzdem arbeiten viele Studios ohne schriftliche Stornobedingungen und verhandeln jede Absage neu, meist per Nachricht, meist am Abend.
Warum klare Stornobedingungen beiden Seiten helfen
Ohne Regel entscheidest du im Einzelfall, und jede Entscheidung fühlt sich willkürlich an. Der eine Kunde bekommt die Anzahlung zurück, der andere nicht, und irgendwann erzählen sich beide davon. Eine geschriebene Regel nimmt dir diese Rolle ab: Nicht du bist streng, sondern die Bedingung gilt.
Für Kunden ist das ebenso angenehm. Sie wissen vorher, wie viel Zeit sie zum Absagen haben und was ein kurzfristiger Rückzieher kostet. Genau diese Klarheit sorgt dafür, dass jemand am Mittwoch anruft statt am Samstagmorgen zu schweigen. Wie stark das wirkt, siehst du im Artikel zu No-Shows.
Was gehört in Stornobedingungen fürs Tattoo-Studio?
- Frist: Bis wann kann kostenlos abgesagt oder verschoben werden? Nenne Stunden, nicht Tage, damit es keine Auslegungsfragen gibt.
- Anzahlung: Was passiert damit bei einer Absage innerhalb und ausserhalb der Frist? Details zur Höhe findest du im Artikel zur Anzahlung.
- Verschieben: Wie oft ist ein Verschieben möglich, bevor die Anzahlung verfällt? Üblich ist einmal mit ausreichend Vorlauf.
- Krankheit und Kulanz: Wie gehst du mit echten Notfällen um? Schreibe hin, dass du im Einzelfall entscheidest, statt eine Ausnahme zu versprechen.
- Verspätung: Ab wann wird die Session gekürzt, ab wann gilt sie als Absage? Zwanzig und sechzig Minuten sind gängige Marken.
- No-Show: Was gilt, wenn jemand ohne Nachricht nicht erscheint? Hier gehört auch hin, ob und zu welchen Bedingungen ein neuer Termin möglich ist.
Welche Frist ist fair und was passiert mit der Anzahlung?
| Absage | Anzahlung | Neuer Termin | Beispiel bei Termin am Samstag |
|---|---|---|---|
| Mehr als 72 Stunden vorher | Bleibt gültig | Einmal kostenlos verschieben | Absage am Dienstag |
| 48 bis 72 Stunden vorher | Bleibt gültig, wenn direkt ein Ersatztermin fixiert wird | Nur mit sofortigem neuem Datum | Absage am Mittwochabend |
| Weniger als 48 Stunden vorher | Verfällt | Neue Anzahlung nötig | Absage am Freitag |
| No-Show ohne Nachricht | Verfällt | Nur mit voller Anzahlung im Voraus | Niemand erscheint |
Die Staffelung ist wichtiger als die genaue Zahl. Wer 72 Stunden verlangt, hat realistisch noch Zeit, den Slot neu zu besetzen. Wer nur 24 Stunden verlangt, verliert den Tag trotzdem. Passe die Frist an deine Session-Länge an: Ein Ganztagestermin braucht mehr Vorlauf als ein Fine-Line-Motiv von einer Stunde.
So kommunizierst du deine Bedingungen
- Im Buchungslink: Ein Häkchen vor der Buchung, mit dem der Kunde die Bedingungen bestätigt. Das ist der wichtigste Punkt, weil hier der Vertrag entsteht.
- In der Bestätigung: Die Kurzfassung in fünf Sätzen direkt in die Buchungsbestätigung, nicht als Anhang.
- In der Erinnerung: Ein Satz zur Frist in der Erinnerung 48 Stunden vorher, siehe unsere Vorlagen für Terminerinnerungen.
- Im Studio und auf der Website: Die ausführliche Fassung als eigene Seite und als Aushang, damit sie jederzeit nachlesbar ist.
Der häufigste Fehler ist, die Bedingungen erst nach der Absage zu schicken. Dann sind sie nicht vereinbart, sondern eine nachträgliche Forderung. Alles, was du einbehalten willst, muss vorher sichtbar gewesen sein.
Was ist rechtlich erlaubt?
Die Anzahlung ist rechtlich eine Vorauszahlung auf den Werkvertrag. Was bei einer Absage mit ihr passiert, muss vor der Buchung klar vereinbart sein, sonst gibt es keine Grundlage für den Einbehalt. Das gilt in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich gleichermassen.
Pauschale Einbehalte müssen ausserdem angemessen sein. In Deutschland darf eine Pauschale den typischen Schaden nicht übersteigen, und der Kunde muss nachweisen dürfen, dass der Schaden geringer war. Praktisch heisst das: Eine Anzahlung von 20 bis 30 Prozent einzubehalten ist gut begründbar, eine Stornogebühr in Höhe des vollen Tagessatzes eher nicht.
Deine Anzahlung von 100 CHF oder Euro sichert deinen Termin und wird am Ende mit dem Preis verrechnet. Bis 72 Stunden vor Terminbeginn kannst du einmal kostenlos verschieben, die Anzahlung bleibt dabei gültig. Bei einer Absage weniger als 48 Stunden vor Terminbeginn verfällt die Anzahlung, weil der Slot dann meist leer bleibt. Wenn du krank wirst, melde dich bitte so früh wie möglich, wir finden dann gemeinsam eine Lösung. Bitte komm pünktlich: Ab 20 Minuten Verspätung kann die Session gekürzt werden, ab 60 Minuten gilt sie als Absage.
Stornobedingungen 1. Anzahlung Jeder Termin wird mit einer Anzahlung fixiert. Die Anzahlung beträgt 20 bis 30 Prozent des geschätzten Preises, mindestens jedoch 50 CHF oder Euro. Sie wird beim letzten Termin des Projekts mit dem Gesamtpreis verrechnet. 2. Absage und Verschieben Eine Absage oder Verschiebung bis 72 Stunden vor Terminbeginn ist einmal kostenlos, die Anzahlung bleibt für den neuen Termin gültig. Zwischen 48 und 72 Stunden vor Terminbeginn bleibt die Anzahlung nur gültig, wenn direkt ein Ersatztermin vereinbart wird. Bei einer Absage weniger als 48 Stunden vor Terminbeginn verfällt die Anzahlung. 3. Nichterscheinen Wer ohne Nachricht nicht erscheint, verliert die Anzahlung. Ein neuer Termin ist möglich, wenn der volle Sessionpreis im Voraus bezahlt wird. 4. Verspätung Ab 20 Minuten Verspätung kann die Session gekürzt werden, der vereinbarte Preis bleibt bestehen. Ab 60 Minuten Verspätung gilt der Termin als kurzfristige Absage. 5. Krankheit und Notfälle Bei Krankheit oder einem Notfall melde dich bitte so früh wie möglich. Wir entscheiden in diesen Fällen im Einzelfall und suchen eine faire Lösung. Ein Anspruch auf Rückerstattung besteht daraus nicht. 6. Absage durch das Studio Müssen wir einen Termin absagen, bieten wir dir zuerst einen Ersatztermin an. Wenn dir kein Termin passt, erhältst du die Anzahlung vollständig zurück. Mit der Buchung bestätigst du, diese Bedingungen gelesen zu haben und ihnen zuzustimmen.
Häufige Fragen
Wie lange vorher muss ich einen Tattoo-Termin absagen?
Das legt das Studio in seinen Stornobedingungen fest. Üblich sind 48 bis 72 Stunden vor Terminbeginn. Innerhalb dieser Frist bleibt die Anzahlung meist gültig und der Termin kann einmal kostenlos verschoben werden. Sagst du kurzfristiger ab, verfällt die Anzahlung in vielen Studios, weil der Slot dann kaum noch neu besetzt werden kann.
Darf ein Tattoo-Studio die Anzahlung bei einer Absage behalten?
Ja, wenn das vor der Buchung klar vereinbart war und der Betrag angemessen ist. Die Anzahlung ist eine Vorauszahlung auf den Werkvertrag, ihr Schicksal bei Absage regeln die Stornobedingungen. In Deutschland darf eine Pauschale den typischen Schaden nicht übersteigen und der Kunde muss einen geringeren Schaden nachweisen dürfen.
Wie hoch darf eine Stornogebühr beim Tattoo sein?
Es gibt keine gesetzliche Zahl. In der Praxis behalten Studios die Anzahlung ein, also meist 20 bis 30 Prozent des geschätzten Preises oder einen Fixbetrag von 50 bis 200 CHF oder Euro. Je näher die Gebühr am vollen Tagessatz liegt, desto schwerer ist sie zu begründen, besonders wenn der Slot noch neu besetzt werden kann.
Was mache ich, wenn ein Kunde krank absagt?
Schreibe in deine Bedingungen, dass du bei Krankheit im Einzelfall entscheidest. So bleibst du kulant, ohne einen Anspruch zu schaffen. Bewährt hat sich, den Termin einmal kostenlos zu verschieben, wenn sich der Kunde sofort meldet und direkt ein neues Datum fixiert. Bei wiederholten kurzfristigen Absagen kannst du auf voller Vorauszahlung bestehen.
Wo müssen die Stornobedingungen stehen, damit sie gelten?
Vor der Buchung und sichtbar. Am sichersten ist ein Bestätigungshäkchen im Buchungsformular, dazu die Kurzfassung in der Buchungsbestätigung und ein Satz in der Terminerinnerung. Eine Fassung auf der Website und ein Aushang im Studio ergänzen das. Was der Kunde erst nach der Absage bekommt, ist keine Vereinbarung.
Sollte ich eine Stornogebühr auch bei Verspätung verlangen?
Keine eigene Gebühr, aber eine klare Regel. Bewährt ist: Ab 20 Minuten Verspätung wird die Session gekürzt, der vereinbarte Preis bleibt bestehen. Ab 60 Minuten gilt der Termin als kurzfristige Absage und die Anzahlung verfällt. Das schützt deine Folgetermine, ohne dass du im Einzelfall verhandeln musst.
Vom Taddoo-Team, gebaut von Artists und Booking-Managern für Artists. Veröffentlicht am 9. September 2026, zuletzt aktualisiert am 12. September 2026.



