Üblich sind 20 bis 30 Prozent des geschätzten Preises oder ein Fixbetrag von 50 bis 200 CHF oder Euro, der beim letzten Termin verrechnet wird. Eingefordert wird sie bei der Buchung, am einfachsten online über den Buchungslink. Bei Absagen unter 48 oder 72 Stunden verfällt sie üblicherweise, einmaliges Verschieben mit genug Vorlauf ist kostenlos. Entscheidend ist, dass diese Bedingungen vor der Buchung vereinbart sind.
- Die Anzahlung bezahlt nicht dein Motiv, sondern reserviert deine Zeit und deckt Vorarbeit und Material.
- 20 bis 30 Prozent des geschätzten Preises oder fix 50 bis 200 CHF oder Euro sind die übliche Spanne.
- Fordere sie bei der Buchung ein, nicht später. Nachträglich fragen kostet Zeit und wirkt unsicher.
- Was bei einer Absage passiert, muss vor der Buchung vereinbart und bestätigt sein.
- Die Anzahlung ist Umsatz mit Beleg, kein Trinkgeld. Quittung ausstellen und beim Abschluss verrechnen.
Inhalt
Die Anzahlung ist der wirksamste Hebel gegen leere Termine und gleichzeitig das Thema, bei dem viele Artists am unsichersten sind. Wie viel darf ich verlangen, ohne Kunden zu verschrecken, und was passiert, wenn jemand absagt? Darf ich das Geld überhaupt behalten? Die Antworten sind einfacher, als sie wirken.
Wozu die Anzahlung überhaupt dient
- Verbindlichkeit: Wer zahlt, hat sich entschieden. Genau daran scheitern die meisten No-Shows, bevor sie entstehen.
- Zeitreservation: Du sperrst Stunden, in denen du niemanden sonst annimmst. Diese Stunden sind dein Produkt.
- Vorarbeit: Entwurf, Stencil, Absprachen und Recherche passieren vor dem Termin und werden sonst nie bezahlt.
- Material: Farbe, Nadeln, Einwegware und Vorbereitung der Kabine verursachen Kosten, auch wenn niemand kommt.
Wichtig ist die Sprache. Eine Anzahlung ist keine Gebühr und kein Misstrauensbeweis, sondern eine Reservation, die am Ende vom Preis abgezogen wird. Wer das so erklärt, muss praktisch nie diskutieren.
Wie hoch soll eine Tattoo-Anzahlung sein?
Es gibt zwei gängige Modelle. Ein fester Betrag ist einfach zu kommunizieren und passt gut zu kleinen und mittleren Motiven. Ein Prozentsatz skaliert mit dem Aufwand und ist bei Ganztagesterminen und grossen Projekten fairer, weil dort auch dein Risiko grösser ist.
| Session | Geschätzter Preis | Anzahlung |
|---|---|---|
| Kleines Motiv, 1 bis 2 Stunden | 150 bis 350 CHF oder Euro | 50 CHF oder Euro fix |
| Halber Tag, 3 bis 4 Stunden | 400 bis 700 CHF oder Euro | 100 bis 150 CHF oder Euro |
| Ganzer Tag, 6 bis 8 Stunden | 800 bis 1500 CHF oder Euro | 200 CHF oder Euro oder 20 Prozent |
| Grosses Projekt, mehrere Sessions | ab 2000 CHF oder Euro | 20 bis 30 Prozent pro Session |
| Beratungstermin | 0 bis 50 CHF oder Euro | keine oder Betrag wird verrechnet |
Die Preisangaben sind eine Orientierung für den DACH-Raum, keine Regel. Wie du deinen eigenen Stundensatz herleitest, steht im Artikel zur Preiskalkulation. Wichtig ist nur, dass die Anzahlung hoch genug ist, damit Fernbleiben wehtut, und tief genug, dass niemand vom Buchen abgehalten wird.
Wann und wie forderst du die Anzahlung ein?
Immer bei der Buchung, nie danach. Sobald zwischen Zusage und Zahlung Tage liegen, wird aus einer Selbstverständlichkeit eine unangenehme Nachfrage. Der Termin gilt erst als gebucht, wenn die Anzahlung da ist, und genau so kommunizierst du es auch.
- Online über den Buchungslink: Der Kunde wählt den Slot und zahlt im selben Schritt. Das ist der Weg mit dem geringsten Reibungsverlust.
- Twint oder Überweisung: funktioniert gut, wenn du den Termin selbst anlegst. Setz eine Frist, zum Beispiel 48 Stunden, sonst wird der Slot wieder frei.
- Karte im Studio: sinnvoll, wenn der Kunde nach einer Beratung direkt den Termin bucht.
- Bar mit Quittung: möglich, aber nur mit sofortigem Beleg. Ohne Beleg fehlt dir der Nachweis, und in der Buchhaltung fehlt der Betrag.
Was gilt bei einer Absage?
Hier entscheidet sich, ob die Anzahlung ihren Zweck erfüllt. Branchenüblich ist eine Frist von 48 oder 72 Stunden. Sagt der Kunde früher ab, kann der Termin einmal kostenlos verschoben werden und die Anzahlung wandert mit. Sagt er später ab oder erscheint gar nicht, verfällt sie.
- Absage vor der Frist: einmaliges Verschieben ohne Kosten, Anzahlung bleibt gültig.
- Zweites Verschieben: Anzahlung verfällt oder eine neue wird fällig. Sonst wanderst du mit demselben Betrag durch den ganzen Sommer.
- Absage innerhalb der Frist: Anzahlung verfällt, weil du den Slot nicht mehr füllen kannst.
- Kein Erscheinen: Anzahlung verfällt, neuer Termin nur gegen neue Anzahlung.
- Absage durch dich: volle Rückzahlung, ohne Diskussion und ohne Abzug.
- Kulanz: bei Krankheit mit Nachricht am selben Tag ist eine einmalige Ausnahme sinnvoll, aber als Ausnahme benannt.
Halte die Frist überall gleich: auf der Buchungsseite, in der Bestätigung und in der Erinnerung. Widersprüchliche Angaben sind der häufigste Grund, warum am Ende doch diskutiert wird. Die passenden Formulierungen findest du unter Stornobedingungen.
Der rechtliche Rahmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich
Eine Anzahlung ist rechtlich eine Vorauszahlung auf einen Werkvertrag. Ob du sie bei einer Absage behalten darfst, hängt allein davon ab, was vor der Buchung vereinbart wurde. Ohne vorherige Vereinbarung hast du keine Grundlage, unabhängig vom Land.
Pauschale Einbehalte müssen angemessen sein. In Deutschland darf eine Pauschale den typischen Schaden nicht übersteigen, und der Kunde muss nachweisen dürfen, dass dir tatsächlich weniger entstanden ist. In der Schweiz und in Österreich gilt derselbe Grundgedanke: Die Bedingung muss klar, vorher bekannt und verhältnismässig sein.
Was du mit der Anzahlung buchhalterisch machst
Die Anzahlung ist Umsatz und braucht einen Beleg, auch wenn der Termin noch aussteht. Stell dem Kunden eine Quittung mit Datum, Betrag, Leistung und Zahlungsart aus. Welche Angaben zwingend sind, steht im Artikel zu Quittung und Rechnung.
Beim Abschluss ziehst du die Anzahlung vom Endpreis ab und weist beides auf der Schlussquittung aus. Verfällt sie, bleibt sie trotzdem Umsatz und muss verbucht werden. Das ist der Punkt, an dem Zettelwirtschaft am teuersten wird, weil verfallene Anzahlungen ohne System einfach verschwinden.
Deine Anzahlungs-Bedingungen in fünf Sätzen
1. Dein Termin ist reserviert, sobald die Anzahlung von [Betrag] eingegangen ist. 2. Die Anzahlung wird beim letzten Termin vollständig vom Preis abgezogen. 3. Verschieben ist bis 72 Stunden vor dem Termin einmal kostenlos möglich, die Anzahlung bleibt gültig. 4. Bei einer Absage weniger als 72 Stunden vorher oder wenn du nicht erscheinst, verfällt die Anzahlung. 5. Muss ich den Termin absagen, bekommst du die Anzahlung vollständig zurück.
Fünf Sätze reichen. Setz sie auf die Buchungsseite, in die Bestätigungsmail und ins Story-Highlight, und lass sie beim Buchen aktiv bestätigen. Ein Häkchen ist mehr wert als eine lange Klausel, die niemand liest.
Häufige Fragen
Wie hoch ist eine Tattoo-Anzahlung üblicherweise?
In der Branche sind 20 bis 30 Prozent des geschätzten Preises üblich oder ein Fixbetrag zwischen 50 und 200 CHF oder Euro. Kleine Motive liegen am unteren Ende, Ganztagestermine am oberen. Der Betrag wird beim letzten Termin vom Preis abgezogen und ist damit kein Aufpreis, sondern eine Reservation.
Bekomme ich die Anzahlung bei einer Absage zurück?
Das hängt von den Bedingungen ab, die vor der Buchung vereinbart wurden. Üblich ist: Absage früher als 48 oder 72 Stunden vorher, dann bleibt die Anzahlung gültig und der Termin wird einmal verschoben. Bei kurzfristigen Absagen verfällt sie. Sagt der Artist ab, wird sie vollständig zurückgezahlt.
Darf ein Tattoo Artist die Anzahlung einfach behalten?
Nur wenn das vorher klar vereinbart war und die Pauschale angemessen ist. Sie ist rechtlich eine Vorauszahlung auf einen Werkvertrag. In Deutschland muss der Kunde nachweisen dürfen, dass der tatsächliche Schaden geringer war. Ohne vorher bekannte Stornobedingungen fehlt die Grundlage für einen Einbehalt.
Wie fordere ich eine Anzahlung ein, ohne unangenehm zu wirken?
Indem du sie zur Regel machst und nicht zur Frage. Nenn sie auf der Buchungsseite und in der Bio, und lass sie über den Buchungslink im selben Schritt wie die Terminwahl bezahlen. Formuliere sie als Reservation deiner Zeit, dann ist sie für die meisten Kunden selbstverständlich.
Muss ich für die Anzahlung eine Quittung ausstellen?
Ja. Die Anzahlung ist Umsatz und braucht einen Beleg mit Datum, Betrag, Leistung und Zahlungsart. Beim Abschluss weist du sie auf der Schlussquittung als Abzug aus, damit der Kunde den Endbetrag nachvollziehen kann. Auch eine verfallene Anzahlung bleibt Umsatz und muss in deiner Buchhaltung auftauchen, sonst stimmt am Jahresende die Kasse nicht.
Wie oft darf ein Kunde mit derselben Anzahlung verschieben?
Einmal ist die verbreitete Praxis, mit ausreichend Vorlauf. Beim zweiten Verschieben verfällt die Anzahlung oder es wird eine neue fällig. Sonst blockiert dieselbe Person über Monate immer wieder Slots, ohne dass jemals ein Termin stattfindet. Halte diese Regel schriftlich fest.
Vom Taddoo-Team, gebaut von Artists und Booking-Managern für Artists. Veröffentlicht am 9. September 2026, zuletzt aktualisiert am 9. September 2026.




