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Touch-up und Nachstechen: Regeln, Fristen und Termine ohne Leerlauf

Aktualisiert am 12. September 2026

Kurz gesagt

Ein Touch-up ist das Nachstechen einzelner Stellen, an denen nach der Heilung Farbe fehlt. Er kommt frühestens nach vollständiger Abheilung, in der Praxis also nach 4 bis 8 Wochen, und viele Studios bieten ihn innerhalb von 3 bis 6 Monaten nach der Session an. Branchenüblich ist ein einmaliges gratis Touch-up innerhalb dieser Frist, wenn die Nachsorge eingehalten wurde. Bezahlt wird bei Sonnenschäden, Kratzen, Stellen wie Händen und Fingern oder nach Ablauf der Frist.

Das Wichtigste in Kürze
  • Touch-ups gehören zum Handwerk. Wer sie professionell regelt, wirkt souverän statt kulant.
  • Frühestens nach vollständiger Abheilung, in der Praxis nach 4 bis 8 Wochen.
  • Ein einmaliges gratis Touch-up innerhalb von 3 bis 6 Monaten bei eingehaltener Nachsorge ist Branchenpraxis.
  • Nachstechen gehört in eigene, kurze Zeitfenster von 20 bis 45 Minuten, nicht in deine Session-Slots.
  • Ein Foto beim Abschluss der Session ist deine wichtigste Dokumentation für spätere Diskussionen.
Inhalt
  1. Was ist ein Touch-up und wann ist er sinnvoll?
  2. Gratis oder bezahlt: was ist in der Branche üblich?
  3. So formulierst du deine Touch-up-Regel
  4. Wie organisierst du Retusche-Termine ohne Leerlauf?
  5. Dokumentation: Fotos beim Abschluss der Session
  6. Was du dem Kunden aktiv sagen solltest

Jedes Tattoo heilt anders. Manche Stellen nehmen die Farbe nicht gleichmässig an, ein paar Linien wirken nach vier Wochen dünner als am Tag der Session. Das ist kein Fehler, sondern Teil der Arbeit. Zum Problem wird es erst, wenn du keine Regel dafür hast und jede Nachfrage einzeln verhandelst.

Was ist ein Touch-up und wann ist er sinnvoll?

Beim Touch-up stichst du einzelne Stellen nach, an denen nach der Heilung Farbe oder Deckung fehlt. Das betrifft oft Kanten, sehr helle Töne, grosse Flächen und Stellen mit viel Bewegung. Es ist eine Korrektur am bestehenden Motiv, keine Änderung.

Der Zeitpunkt ist entscheidend. Oberflächlich ist ein Tattoo nach 2 bis 4 Wochen verheilt, vollständig braucht die Haut mehrere Monate. Zu früh nachzustechen bringt nichts, weil die Haut noch arbeitet und sich das Bild noch verändert. In der Praxis liegt der früheste sinnvolle Termin bei 4 bis 8 Wochen nach der Session.

Damit die Beurteilung überhaupt fair ist, muss die Nachsorge stimmen. Wie du sie so kommunizierst, dass sie auch befolgt wird, steht im Artikel zur Nachsorge.

Klar abgrenzen solltest du drei Dinge, die kein Touch-up sind: eine Erweiterung des Motivs, eine Änderung am Design und das Auffrischen eines Tattoos, das mehrere Jahre alt ist. Das sind reguläre Sessions mit eigenem Preis und eigener Dauer. Wenn du sie unter dem Wort Retusche laufen lässt, verschenkst du Arbeitszeit und verwirrst die Erwartung deiner Kunden.

Gratis oder bezahlt: was ist in der Branche üblich?

Die verbreitetste Praxis: ein einmaliges gratis Touch-up innerhalb einer festen Frist, meist 3 bis 6 Monate nach der Session, sofern die Nachsorge eingehalten wurde. Alles ausserhalb dieser Bedingungen wird berechnet. Das ist keine Vorschrift, sondern eine Gewohnheit, an der sich Kunden orientieren, deshalb solltest du deine eigene Fassung schriftlich haben.

SituationÜblichBegründung
Farbe hält an einzelnen Stellen nicht, Nachsorge eingehaltenGratis innerhalb der FristKann bei jedem Motiv passieren, gehört zur Arbeit
Kunde hat gekratzt oder die Nachsorge ignoriertBezahltDie Ursache liegt nicht an der Arbeit
Sonne oder Solarium in der HeilphaseBezahltVermeidbare Belastung der frischen Arbeit
Hände, Finger, Füsse, LippenBezahlt oder vorher ausgeschlossenDiese Stellen heilen erfahrungsgemäss unregelmässig
Anfrage nach Ablauf der FristBezahlt, oft zum MindestpreisDas Motiv ist gealtert, nicht frisch verheilt
Wunsch nach Änderung am MotivBezahlt als neue SessionDas ist keine Retusche, sondern neue Arbeit

Bei Händen, Fingern und Füssen lohnt sich die Ansage vor der Session, nicht danach. Wer vorher weiss, dass diese Stellen oft nachgestochen werden müssen und das kostet, ist hinterher nicht enttäuscht.

So formulierst du deine Touch-up-Regel

Touch-up-Regel in vier SätzenVorlage
Ein Touch-up ist frühestens sechs Wochen nach deiner Session möglich, vorher ist die Haut noch nicht vollständig verheilt.
Innerhalb von sechs Monaten nach der Session ist ein Touch-up einmal gratis, wenn du die Nachsorge eingehalten hast.
Bezahlt wird nachgestochen bei Sonnen- oder Solariumschäden, bei aufgekratzten Stellen, bei Tattoos an Händen, Fingern, Füssen und Lippen sowie nach Ablauf der sechs Monate.
Melde dich für einen Touch-up über meinen Retusche-Link, ich vergebe dafür feste Zeiten und plane 30 Minuten ein.

Diese vier Sätze gehören an drei Orte: in die Nachsorge-Info, die der Kunde nach der Session bekommt, in deine Bedingungen auf der Website und in die Terminbestätigung. Wer sie erst nennt, wenn jemand nach einem gratis Termin fragt, diskutiert.

Wie organisierst du Retusche-Termine ohne Leerlauf?

Ein Touch-up dauert selten länger als 30 Minuten, blockiert aber im schlimmsten Fall einen halben Tag, weil er zwischen zwei Sessions gequetscht wird. Die Lösung sind eigene Zeitfenster statt einzelner Ausnahmen im Kalender.

  • Feste Nachstech-Zeiten: Zum Beispiel jeden zweiten Freitagnachmittag oder eine Stunde am Ende eines Studio-Tages. Vier Touch-ups hintereinander sind entspannter als vier verteilte.
  • Kurze Slots: 20 bis 45 Minuten je nach Motivgrösse, mit 10 Minuten Puffer für Vorbereitung und Reinigung.
  • Eigener Buchungslink ohne Zahlung: Der Kunde bucht selbst, aber nur in den freigegebenen Zeiten. Keine Anzahlung, weil kein Geld fliesst.
  • Eigene Terminart mit eigener Farbe: So siehst du in der Wochenansicht sofort, wie viel unbezahlte Zeit du gerade verplant hast.
  • Schwache Stunden nutzen: Lege die Retusche-Zeiten in Stunden, die sich für lange Sessions ohnehin schlecht verkaufen.

Bezahlte Touch-ups behandelst du dagegen wie normale Termine, inklusive Mindestpreis und Anzahlung. Wie du beide Terminarten sauber im Kalender führst, steht im Artikel zur Terminverwaltung.

Rechne einmal grob mit, wie viel unbezahlte Zeit das im Jahr ist. Wenn von hundert Sessions rund fünfzehn einen gratis Touch-up nach sich ziehen und jeder eine halbe Stunde plus Vorbereitung kostet, sind das gut zehn Stunden. Das ist verkraftbar, solange es geplant ist, und teuer, sobald es spontan zwischen zwei Sessions passiert.

Dokumentation: Fotos beim Abschluss der Session

Die meisten Touch-up-Diskussionen entstehen, weil niemand mehr weiss, wie das Motiv frisch aussah. Ein Foto direkt nach dem Abschluss, bei Tageslicht und ohne Blitz, löst das. Es zeigt Deckung, Linienstärke und Sättigung am Tag null.

Häng das Foto an den Termin und an den Kunden, nicht in die Handygalerie. Zusammen mit dem Datum, der verwendeten Farbe und der Notiz zur Stelle hast du damit alles, was du für die Beurteilung brauchst. Mehr dazu im Artikel zur Kundenkartei.

Was du dem Kunden aktiv sagen solltest

  1. Direkt nach der Session: Dass ein Touch-up normal ist und nicht bedeutet, dass etwas schiefgelaufen ist.
  2. Mit der Nachsorge-Info: Deine Regel in vier Sätzen, inklusive Frist und Retusche-Link.
  3. Nach etwa sechs Wochen: Eine kurze Nachricht mit der Frage, wie das Motiv verheilt ist. Das wirkt aufmerksam und bringt dir die Touch-ups gebündelt statt verstreut.
  4. Beim Touch-up selbst: Ein zweites Foto zum Vergleich, damit die Dokumentation vollständig bleibt.
FAQ

Häufige Fragen

Wann kann ich ein Tattoo nachstechen lassen?

Frühestens, wenn die Haut vollständig verheilt ist. Oberflächlich dauert das 2 bis 4 Wochen, in der Praxis warten die meisten Artists 4 bis 8 Wochen bis zum Touch-up. Vorher lässt sich nicht beurteilen, ob wirklich Farbe fehlt, weil sich das Bild in der Heilphase noch verändert.

Ist Nachstechen beim Tattoo kostenlos?

Das legt jedes Studio selbst fest, eine gesetzliche Regel gibt es nicht. Branchenüblich ist ein einmaliges gratis Touch-up innerhalb von 3 bis 6 Monaten nach der Session, wenn die Nachsorge eingehalten wurde. Bezahlt wird meist bei Sonnenschäden, aufgekratzten Stellen, Tattoos an Händen und Füssen sowie nach Ablauf der Frist.

Wie lange dauert ein Touch-up-Termin?

Meist 20 bis 45 Minuten, je nach Grösse und Anzahl der Stellen. Viele Artists vergeben dafür feste Nachstech-Zeiten und planen 30 Minuten plus 10 Minuten Puffer ein. Grössere Korrekturen oder ganze Flächen sind kein Touch-up mehr, sondern eine reguläre Session mit eigenem Preis.

Warum verlangen manche Studios für Hände und Finger Geld beim Nachstechen?

Weil diese Stellen erfahrungsgemäss unregelmässig heilen. Haut an Händen, Fingern, Füssen und Lippen erneuert sich schnell und ist täglich stark beansprucht, dadurch verblassen Linien häufiger als anderswo. Viele Studios nehmen diese Stellen deshalb von der Gratis-Regel aus und sagen das vor der Session.

Wie oft kann ein Tattoo nachgestochen werden?

Technisch mehrfach, sinnvoll ist meist einmal. Jedes Nachstechen belastet die Haut erneut, deshalb sollte zwischen zwei Durchgängen wieder eine vollständige Heilung liegen. Wenn nach zwei Touch-ups an derselben Stelle keine Deckung entsteht, liegt es oft an der Hautstelle und nicht an der Arbeit.

Was mache ich, wenn ein Kunde nach einem Jahr ein gratis Touch-up möchte?

Verweise freundlich auf deine Frist und biete den Termin als bezahlte Retusche an, oft zum Mindestpreis. Nach einem Jahr ist ein Motiv gealtert, das ist keine Heilungsfrage mehr. Wichtig ist, dass die Frist schon in der Nachsorge-Info stand, dann ist das Gespräch kurz und sachlich.

Vom Taddoo-Team, gebaut von Artists und Booking-Managern für Artists. Veröffentlicht am 9. September 2026, zuletzt aktualisiert am 12. September 2026.

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